Einige der Fragen, die uns immer wieder begegnen, möchten wir hier beantworten.

Muss ich Buddhist sein, um den Meditationstreffen teilzunehmen?
Nein! Meditation ist eine Methode zur geistigen Schulung, die in vielen Traditionen praktiziert wird. Da wir eine buddhistische Gruppe sind, setzten wir natürlich mit dieser Haltung an und haben eine entsprechende Zielsetzung. Doch unsere Erfahrung ist es, dass Meditation für jeden hilfreich sein kann. An unseren Meditationstreffen nehmen Buddhisten und Nicht-Buddhisten teil. Eine offene Haltung dem Dharma gegenüber reicht völlig aus.
Wenn ich mich für den Dharma interessiere, darf ich dann weiterhin Mitglied in der Kirche sein? Oder muß ich aus der Kirche austreten? Wie ist es z.B. mit Ostern oder Weihnachten?
Wenn Sie diese Fragen haben, sind Sie sicherlich in einer christlichen Tradition aufgewachsen. Niemand wird von Ihnen erwarten oder gar verlangen, dass Sie diese aufgeben! Traditionen und Familientreffen wie z.B. zu Weihnachten sind vielen Menschen sehr wichtig. Möglich ist jedoch dass Sie, wenn Sie mehr über Buddhas Erkenntnisse erfahren und diese auch auf sich beziehen können, eine andere Sichtweise auf diese Traditionen erlangen.
Ich habe schon oft meditiert, ich mache mir dann einen schönen Tee, zünde eine Kerze an und höre Entspannungsmusik. Was soll daran falsch sein ?
Überhaupt nichts! Es ist wichtig, zu entspannen. Die Meditation der Geistesruhe, die wir praktizieren, geht weiter darüber hinaus: wir lernen unseren Geist zu “entdecken” , nach innen zu schauen. Ein ruhiger Bereich, ohne äußere Ablenkungen, ist dafür am besten geeignet.
Bevor ich zu einer Meditationsstunde komme, würde ich gerne mehr über die Gruppe wissen. Wer seid ihr, welcher Schule gehört ihr an?
Wir sind eine Gruppe von Buddhisten und am Dharma Interessierten. Wir gehören zur Karma Kagyü Tradition und folgen dem 17. Karmapa, Trinley Thaye Dorje. Unser Hauptlehrer ist Jigme Rinpoche. Die Gruppe wird von Annette Züllich-Suhr geleitet. Sie hat 2010 bei Shamar Rinpoche Zuflucht genommen, und bald darauf Bodhi Path Kiel gegründet. Im Bodhi Path Instructor Training hat sie Grundlagen der buddhistischen Philosophie erhalten und wurde in der Anleitung von Meditation geschult, und hat Dank der Unterweisungen von Jigme Rinpoche selbst intensive Einblicke in Meditation erlangt. Für Kiel organisiert sie die Besuche der Dharma-Lehrer, und ist Koordinatorin für den Informationsaustausch des Bodhi Path Netzwerks mit der Gruppe.

Ich kann nicht meditieren, mir fehlt einfach die Ruhe. Und im Lotussitz kann ich schon überhaupt nicht sitzen, da tut mir alles weh.
Was genau fehlt Ihnen? Ist es die Zeit oder eine entspannte Umgebung? Auch deshalb meditieren wir: um zu entdecken, wie wir mit unserem Tag umgehen, wie wir mit unseren Handlungen und Gedanken umgehen, mit unseren An- und Überforderungen. Und was die richtige Sitzhaltung angeht – es gibt immer Hilfsmittel um bequem sitzen zu können. Den Lotussitz verlangt niemand von Ihnen. Die richtige Sitzhaltung, ob auf dem Stuhl oder auf einem Kissen, können Sie bei uns erlernen.
Ich habe schon viele Dharmagruppen besucht. Ich verstehe nicht, weshalb ich bei euch andere Meditationsanleitungen bekomme. Ist das nicht immer gleich? Ich vermisse auch manches (wie z.B. Mantra chanten) was mir bei den anderen gut gefallen hat.
Es gibt unterschiedliche buddhistische Schulen, und natürlich auch viele Lehrer, die die Art und Weise wie in dieser Gruppe praktiziert wird, vorgeben. Manchmal fühlt man sich sehr angesprochen, dann wieder vielleicht weniger inspiriert. Diese Erfahrung kennen viele Dharma-Praktizierende. Schon der Buddha hat seine Belehrungen in unterschiedlicher Art gegeben, angepasst an die Möglichkeiten und Neigungen seiner Schüler. Deshalb ist es völlig in Ordnung, sich umzuschauen und den für sich passenden Lehrer und die passende Sangha zu suchen. Unser Hauptlehrer ist Jigme Rinpoche. Die Anleitung zur Shine-Meditation, wie sie in den Bodhi Path Gruppen- und Zentren praktiziert wird, kommen direkt von ihm.
Ich kann mir nichts vorstellen, ich kann weder den Atemstrahl visualisieren, noch den Buddha oder irgend etwas anderes.
Die Methode, die Sie ansprechen, ist eher für fortgeschrittene Meditierende gedacht. Bleiben Sie geduldig und entspannt. Sich unter Druck zu setzten bringt der Meditation nichts, es schadet sogar. Nehmen Sie sich regelmäßig fünf Minuten in Ruhe, entspannen Sie sich, lassen Sie die Gedanken an einen “Erfolg” oder das etwas “besonderes” passieren müßte, los!
Woran glauben Buddhisten? Ist Buddhismus überhaupt eine Religion?
Darüber, ob Buddhismus eine Religion oder eher ein Philosophie ist, gibt es unterschiedliche Meinungen. Vielleicht läßt sich zunächst einmal sagen, dass es eine Erkenntnis-Lehre ist. Was in den buddhistischen Schriften niedergelegt ist, kann jeder auf sich selbst beziehen, anwenden, überprüfen und zu Schlußfolgerungen kommen. Daraus erklärt sich auch, dass Buddhisten nicht an etwas “glauben”, wie es vielleicht im christlichen Sinn verstanden wird. Meditation und Studium als Grundpfeiler der buddhistischen Lehre geben jedem die Möglichkeit, eigene Erfahrungen zu machen, die Belehrungen anzuwenden und Aussagen zu überprüfen. Buddha selbst hat immer wieder seine Schüler dazu aufgerufen, ihm nicht blind zu glauben sondern alles gesagte genau zu überprüfen. Ein authentischer Dharma-Lehrer wird seine Schüler genauso immer wieder dazu auffordern.
Ich finde es schade, dass sich bei euch so wenig Leute treffen. Woran liegt das? Beim Yoga ist es immer rappelvoll! Bin ich irgendwie komisch, weil ich mich für Buddha interessiere?
Wenn es Dir bei uns gefällt- super! Und bringe doch nächstes Mal jemanden mit! Jetzt merkst Du schon, dass dir da nicht so recht jemand einfällt… Zum Dharma kommt man nicht mal eben so! Natürlich gibt es immer mal jemanden der bei uns vorbeischaut, neugierig ist, den Abend auch genießt aber dann nie wieder auftaucht. Aus den Aussagen Buddhas wissen wir, dass bestimmte Bedingungen nötig sind, damit sich ein bestimmtes Resultat zeigen kann. So wie ein Blumensamen Erde, Licht, Wasser und bestimmte klimatische Bedingungen braucht um sich zur Blume entfalten zu können, brauchen auch wir bestimmte Bedingungen um unser Potential entfalten zu können. Für manche beginnt der Weg zum Dharma in einer Lebenskrise, durch Unzufriedenheit, ausgelöst durch eine Sinnfrage, ein Bewußtsein für die Nöte im Leben allgemein. Oder es ist der Wunsch Veränderungen zu gestalten oder auch die Begegnung mit einem inspirierenden Menschen, die sie zum Dharma führen. Das kann man nicht erzwingen, und noch so viel wohlmeinendes “komm doch mal mit” wird eher abschrecken als nützen. “Irgendwie komisch” sind Buddhisten nicht, ganz im Gegenteil – sie stehen mitten im Leben!